Mit einem Smartphone können Sie mit der Familie per Video telefonieren, Fotos anschauen, Busfahrpläne nachsehen und Ihr E-Rezept verwalten. Viele ältere Menschen zögern trotzdem: zu kompliziert, zu viele Knöpfe. Dabei lässt sich jedes moderne Smartphone so einrichten, dass es übersichtlich und leicht zu bedienen ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Für Einsteiger eignen sich Geräte mit großem Bildschirm (ab ca. 6,5 Zoll) und langem Akku.
- iPhone: einheitlich, lange Updates, eher teuer. Android: große Auswahl, auch günstig.
- Ein „Einfacher Modus“ macht Symbole und Schrift groß.
- Wichtig: mehrere Jahre Sicherheitsupdates.
Android oder iPhone?
- iPhone (Apple): Alle Geräte funktionieren gleich, die Bedienung ist sehr einheitlich, Updates gibt es viele Jahre lang. Praktisch, wenn Kinder oder Enkel auch ein iPhone haben und helfen können. Nachteil: höherer Preis.
- Android (z. B. Samsung, Motorola, Google, Xiaomi): Große Auswahl in allen Preisklassen. Die Bedienung unterscheidet sich je nach Hersteller etwas. Achten Sie darauf, wie lange der Hersteller Updates verspricht.
Praxistipp
Die beste Wahl ist oft das System, das Ihre Familie nutzt. Dann kann man sich gegenseitig helfen – auch am Telefon.
Kaufkriterien im Überblick
- Bildschirmgröße: 6,5 Zoll und mehr sind gut lesbar. Das Gerät sollte aber noch gut in der Hand liegen.
- Akku: Mindestens ein ganzer Tag bei normaler Nutzung, besser mehr.
- Updates: Mindestens vier bis fünf Jahre Sicherheitsupdates. Samsung und Google versprechen für viele neuere Modelle deutlich mehr.
- Lautsprecher: Laut und klar – im Laden ausprobieren.
- Speicher: 128 GB reichen für die meisten Menschen gut aus.
- Fingerabdruck oder Gesichtserkennung erspart das ständige Eintippen einer PIN.
Einfacher Modus und Senioren-Oberfläche
- Samsung: Einstellungen → Anzeige → „Einfacher Modus“. Große Symbole, große Schrift, längere Reaktionszeit beim Antippen.
- iPhone: Seit iOS 17 gibt es den „Unterstützenden Zugriff“ (Einstellungen → Bedienungshilfen). Er zeigt nur ausgewählte Apps in großer Darstellung – sinnvoll für Menschen, die nur wenige Funktionen brauchen.
- Andere Android-Geräte: Im Play Store gibt es sogenannte Senioren-Launcher, die die Oberfläche vereinfachen.
- Senioren-Smartphones von Emporia oder Doro haben eine eigene, besonders einfache Oberfläche und eine Notruftaste.
Die ersten Einstellungen nach dem Kauf
- Schrift größer stellen
- Notfallpass und Notfallkontakte einrichten
- Die wichtigsten Kontakte speichern und als Favoriten markieren
- WhatsApp einrichten
- Unnötige Apps vom Startbildschirm entfernen, damit es übersichtlich bleibt
- Eine Bildschirmsperre mit PIN oder Fingerabdruck einrichten
Neu oder gebraucht?
Gebrauchte oder generalüberholte Smartphones („refurbished“) von seriösen Händlern sind oft deutlich günstiger und haben eine Garantie. Achten Sie darauf, dass das Modell noch Updates bekommt. Ein altes Handy von den Kindern ist ebenfalls eine gute Lösung – wenn es noch nicht zu alt ist.
Häufige Fragen
Was kostet ein gutes Einsteiger-Smartphone?
Solide Android-Geräte gibt es ab etwa 200 Euro. iPhones beginnen deutlich darüber; ältere oder generalüberholte Modelle sind günstiger.
Ist ein Tablet nicht besser wegen des großen Bildschirms?
Zum Lesen, Fotos ansehen und für Videoanrufe zu Hause ja. Zum Mitnehmen und Telefonieren braucht man aber ein Handy. Mehr dazu: Tablet für Senioren.
Wo bekomme ich Hilfe beim Einrichten?
Familie, Volkshochschulen und Seniorentreffs bieten oft Handy-Sprechstunden an. Auch viele Bibliotheken haben inzwischen „digitale Sprechstunden“.
Titelbild: SHVETS production / Pexels



