Sicheres Passwort erstellen – und trotzdem nicht vergessen

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Tastaturtasten mit dem Wort Passwort

Für E-Mail, Online-Banking, Amazon, die Krankenkasse – überall braucht man ein Passwort. Viele Menschen verwenden deshalb ein einziges Passwort für alles. Genau das ist gefährlich: Wird es einmal bei einem Anbieter gestohlen, probieren Kriminelle es automatisch überall aus. Dabei gibt es einfache Wege zu sicheren Passwörtern, die man sich trotzdem merken kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Länge ist wichtiger als Kompliziertheit: Mindestens 12 Zeichen, besser mehr.
  • Für jedes Konto ein eigenes Passwort.
  • Die Satz-Methode macht lange Passwörter merkbar.
  • Ein Passwort-Manager merkt sich alle Passwörter für Sie.

Was ein gutes Passwort ausmacht

  • Es ist lang: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt bei kürzeren Passwörtern 8 bis 12 Zeichen mit allen Zeichenarten – oder lange Passwörter aus mehreren Wörtern.
  • Es enthält keine persönlichen Daten wie Geburtsdatum, Namen von Enkeln oder Haustieren.
  • Es steht in keinem Wörterbuch und ist keine Tastaturfolge wie „123456“ oder „qwertz“.
  • Es wird nur einmal verwendet.

Die Satz-Methode: Schritt für Schritt

  1. Denken Sie sich einen Satz aus, den Sie nie vergessen, z. B.: „Mein Garten hat 3 Apfelbäume und 1 Kirschbaum!“
  2. Nehmen Sie jeweils den ersten Buchstaben jedes Wortes und behalten Sie Zahlen und Satzzeichen: MGh3Au1K!
  3. Für zusätzliche Länge hängen Sie einen festen Zusatz an, den nur Sie kennen.
  4. Für verschiedene Konten können Sie den Satz leicht abwandeln – z. B. ein Kürzel des Anbieters einbauen. Sicherer ist aber ein Passwort-Manager.

Alternativ funktionieren auch Wortketten: Vier oder fünf zufällige Wörter hintereinander, etwa „Wolke-Fahrrad-Senf-Laterne“, sind sehr sicher und leicht zu merken.

Praxistipp

Verwenden Sie die hier genannten Beispiele bitte nicht selbst – sie stehen jetzt im Internet und sind damit nicht mehr geheim.

Passwort-Manager: Der bequemste Weg

Ein Passwort-Manager ist wie ein Tresor für Ihre Zugangsdaten. Sie merken sich nur noch ein einziges, gutes Hauptpasswort. Alles andere speichert das Programm verschlüsselt und füllt es auf Wunsch automatisch aus.

  • Auf dem iPhone und iPad ist der Passwort-Manager bereits eingebaut (App „Passwörter“ bzw. Einstellungen → Passwörter).
  • Auf Android-Handys übernimmt das der Google Passwortmanager.
  • Bekannte unabhängige Programme sind zum Beispiel KeePassXC (kostenlos) oder Bitwarden.

Und der Zettel?

Ein Passwortzettel ist besser als ein einziges Passwort für alles – wenn er gut versteckt ist und nicht neben dem Computer klebt. Wer mag, bewahrt ihn zu Hause an einem sicheren Ort auf, nie im Portemonnaie. Schreiben Sie außerdem nicht dazu, wofür das Passwort ist, sondern nur einen Hinweis, den nur Sie verstehen.

Zusätzlicher Schutz: Zwei-Faktor-Anmeldung

Bei vielen Diensten können Sie die sogenannte Zwei-Faktor-Authentisierung einschalten. Dann reicht das Passwort allein nicht: Beim Anmelden kommt zusätzlich ein Code per SMS oder App. Selbst wenn Ihr Passwort gestohlen wird, kommt niemand in Ihr Konto. Für E-Mail und Online-Banking ist das besonders sinnvoll.

Häufige Fragen

Muss ich mein Passwort regelmäßig ändern?

Nein, das empfiehlt das BSI nicht mehr. Ändern sollten Sie es, wenn der Verdacht besteht, dass es bekannt geworden ist.

Wie finde ich heraus, ob mein Passwort gestohlen wurde?

Beim Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts (sec.hpi.de/ilc) können Sie Ihre E-Mail-Adresse prüfen lassen. Sie bekommen das Ergebnis per Mail.

Ist es schlimm, wenn ich das Passwort im Browser speichere?

Für die meisten Menschen ist das in Ordnung, solange das Gerät selbst mit einer PIN oder einem Passwort geschützt ist.

Titelbild: Miguel Á. Padriñán / Pexels

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